AT-L ein Kettenschlepper entsteht

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Das Bild zeigt den aktuellen Bauzustand des
Kettentraktors.

Das Fahrzeug ist ein Eigenbau und wurde, mit Ausnahme der Räder, aus Aluminium Blech gefertigt. Ein Baukasten existiert nicht.
Nach der Inbetriebnahme gibt es jetzt die Phase der (endlosen) Optimierung.

Auf der Ladefläche: Die in unwegsamen Osten lebende Hexe Babajaga und ihre jüngeren Hexlein.

Die Gestaltung des Modells erinnert an die geschmückten Fahrzeuge der 1. Mai-Kundgebungen längst vergangener
sozialistischer Zeiten.


Das Fahrzeug ist 1350 mm lang, 515 mm breit und 570mm hoch.                      
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Vor ganz vielen Jahren war es der Kindertraum ein T34 Modell zu bauen. Bei dem Traum blieb es aber. Nachdem die jugendliche Faszination der Millitärtechnik, zusammen mit dem militärischem Dienstgrad, an den besagten Nagel gehängt wurde, versank das T34 Projekt vollständig in den Modellbau-Archiven. Nach längerer Modell-Bau Pause habe ich Schiffsmodelle gebaut.

Rasenmäher-Resycling

Mit der Durchrostung des Rasenmäher Chassis bettelte der Briggs  & Stratton Verbrenner geradezu nach einem zweiten Fahrzeug-Leben.
Es war der richtige Zeitpunkt den Kindertraum um zu setzen. Ein Kettenfahrzeug sollte es also schon sein. Aber ein millitärisch genutztes Fahrzeug ist nicht mehr die erste Wahl.

ATL = Artilleriezugmittel - leicht, im russischen: артиллерийский тягач — лёгкий

Am Ende der 1940er Jahre bestand in der Sowjetarmee, aber auch in der sowjetischen Volkswirtschaft Bedarf an einem leistungsfähigen, geländegängigen Zugfahrzeug. Im militärischen Bereich wurde dieser hauptsächlich durch die Vergrößerung der Kaliber der Artillerie hervorgerufen, der zu immer schwereren Geschützen führte. Im zivilen Bereich entwickelte sich der Bedarf aufgrund der wirtschaftlichen Erschließung dünn besiedelter und weitgehend unwegsamer Gebiete im Osten der damaligen UdSSR. Die AT-L wurde 1947 im Charkower Traktorenwerk entwickelt. Zielvorgabe war ein Zugmittel für eine Anhängelast von bis zu 6000 kg mit einer Tragfähigkeit von 2000 kg. Um die geforderte Geländegängigkeit zu erreichen, entwickelte man ein Gleiskettenfahrzeug. Die Produktion begann in Charkow 1947 und wurde bis 1967 fortgeführt. (Wikipedia).

Das Fahrzeug war, vom 6 Tage Krieg abgesehen, an keinen Konflikten beteiligt.
Eine kleine persönliche Beziehung zu diesem Fahrzeug besteht auch. Während meiner Armeezeit gehörten mehrere SIL157 Sattelschlepper zur Ausrüstung.
Das ATL Fahrerhaus ist ein verbreitertes SIL Fahrerhaus. Die Verbreiterung führt zu dem kleinen mittigem Fenster.

Das erste Bild zeigt ein Original im Winter Tarnanstrich, weis.  Detail: Die mittlere Frontscheibe wurde durch ein Blech ersetzt.

Das 1/4 AT-L Modell wird als entmillitarisierte Variante gebaut und daher ebenfalls in weis gehalten.
Auch wird versucht das "used" des Originals wie auf dem Bild nach zu empfinden. Details, die auf Fotos nicht ersichtlich sind, wurden aus der Erinnerung an die SIL157 aufgebaut.


ATLorg SIL157

Die persönliche Beziehung: SIL157 mit Rakete 3M9, transportiert wurden max 6 Raketen 3M9. So sahen die altväterlichen Ungetüme   aus. Interessant an diesem Fahrzeug ist, daß alle fünf Achsen angetrieben  sind. 
   
Das Raketensystem wurde seit Mitte der 1950er Jahre hergestellt und galt spätestens seit Mitte der 1980er Jahre als völlig veraltet.

Technische Entwicklung


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Das Fahrzeug wurde von 1947 bis 1967 gebaut, und wurde während der Bauzeit immer wieder verändert.
Gefertigt wurde der Kettenschlepper mit vielen unterschiedlichen Aufbauten, von der Pritsche mit Plane über verschiedene Kofferaufbauten bis zum Holzschlepper. Abbildung eines der ersten Exemplare mit dem Fahrwerk der SU76


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Fahrzeug mit anderem Fahrwerk und Ladefläche aus einem Winkeleisen- Rahmen. Die Ladefläche erscheint etwas höher als in den späteren Varianten.


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Fahrzeug mit Hohlprofilen an der Ladefläche und Kommandantenluke. Jetzt lassen sich auch Spriegel anbringen. Diese Variante lässt sich  am besten in ein Modell umsetzen.


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Vermutlich die letzte Variante, mit geprägten Blechen der Ladewanne und geänderten Kiemen an der Motorhaube.

Ein Größenvergleich


ATL_AUDI Vor 50 Jahren war die Welt der Technik noch klein. Das Bild zeigt in einer kleinen Fotomontage einen Größenvergleich zum einem aktuellen Audi. Der ATL war mit 25cm Länge und 60cm Höhe nur unwesentlich größer. Der Unterschied in der Breite ist zu vernachlässigen.

Maßstab 1:4


Der Verbrenner des Rasenmähers verlangt nach einer Rasenmäher ähnlichen Baugröße. Der Maßstab von 1:4 hört sich recht groß an. Aber ein Maßstab „1 zu 4„ ist eben nicht „ein viertel“. Mathematisch ist 1/4 Breite x 1/4 Länge x 1/4 Höhe ist 1/64.
Der scheinbar zu große Maßstab hat auch ganz handfeste Vorteile:

  • der Modellbau ist eher Maschinenbau und Schlosserarbeit.
  • wirklich klein ist kein Bauteil, die kleinste Schraube ist M2
  • alle Baumaterialien gibt es auf dem Baumarkt, Internet oder dem Schrottplatz
  • der Materialeinsatz für das Modell beläuft sich auf nur 850 Euro, inkl. Elektronik, Material über alles (also auch der mehrmals hergestellten Teile) und aller abgebrochenen Bohrer, usw. Bei einer Bauzeit von 36 Monaten sind das also weniger als 25Euro pro Monat für das Hobby. Also richtig wenig Geld für viel Spaß.
  • es ist viel Platz im Modell vorhanden
  • es darf wieder selbst am Auto (Modell) geschraubt werden, wie in frühen Jugendtagen am ersten eigenen PKW.
  • große Modelle erzeugen große leuchtende Kinderaugen
  • Sofern das Alter von 45 überschritten ist, ist eine Brille für die Nähe nicht unbedingt notwendig.

Ein paar Nachteile gibt es natürlich auch:
  • ein Baukasten existiert nicht
  • ein Bauplan muss für dieses Modell aus Fotos selbst erstellt werden
  • es wird deutlich mehr Zeit für den Eigenbau benötigt als die Umsetzung eines Baukasten Projektes bedarf
Unabhängig von der Rasenmäher-Größe des Modells sollten große Modelle etwa 1,25m lang sein. Das Modell passt dann noch in einen Kleinwagen und ist gerade noch zu händeln. Ist das Original noch etwas größer so ist der Maßstab von 1/5..1/6 interessant. In diesem Maßstab sind die bekannten 30cm großen Anziehpuppen gefertigt und das Modell läßt sich gut beleben.
Für die, dem Maßstab 1/4 entsprechenden 43cm Figuren, ist die Auswahl sehr überschaubar.

Technische Daten des Originals und des Modell


Entnommen dem technischen Datenblatt der NVA

Allgemeine Angaben:

Original: Modell:
Fahrzeugart:   
Kettenschlepper Kettenschlepper
Fahrzeug-Typ/Kennummer: AT-L
ATL
Fahrzeugklasse: leichter Kettenschlepper großes Schleppermodell
Herstellungszeitraum: 1947...1967 2014..2017
Herstellerland:
UdSSR
Chemnitz, Deutschland
Verwendungszweck: 
Zum Ziehen von Lasten bis 6 Mp. Als Spezial-Kfz mit Sonderaufbauten
zum Ziehen des Schiffsmodells zum Wasser, Spielzeug für Männer
Einschätzung: gute Geländefahreigenschaften, erreicht hohe Geschwindigkeit

   
Taktisch-technische Angaben

Leistungsangaben


Fahrbereich    
300km 7 km
Kraftstoffnorm für 100 km 100l 1,0 l pro Stunde
maximale Geschwindigkeit
42 km/h 10  km/h
minimale Geschwindigkeit
4,51 km/h
Masse-Leistungsverhältnis 64kg/PS 30 kg/PS
Masse des unbeladenen Kfz
6300kg >50 kg
Nutzlast 
2000kg 5 kg
Anhängelast
6000kg 30 kg
Kletterfähigkeit
-
Watfähigkeit
1000 mm

Spezifischer Bodendruck  0,5kp/cm²
Steigfähigkeit
46,5%

Antrieb

Motortyp
4 Zylinder Reihe 1 Zylinder
Leistung/Drehzahl 130/2000 PS/min 2,0 /2600 PS/min
Drehmoment
510 Nm bei 1200 U/min 6,8 Nm bei 2600 U/min
Kühlung Wasser/Pumpenumlauf Luftkühlung
Arbeitsweise    
2-Takt-Diesel 4 Takt Benzin
Hubraum    
4660 cm³ 149 cm³
Antriebsart
Kette
Benzin / Elektrisch / Kette
Zündfolge 1-4-3-2

Verdichtungsverhältnis
16 : 1 10:1
Ventilspiel Einlaß
-

Ventilspiel Auslaß -

Bereifung
-

Reifeninnendruck 
-

Reifendruckregelanlage 
-

Seilwinde je nach Ausstattung
Zugkraft Seilwinde
5000 kp
Seillänge 50 m
Kupplung 
Einscheiben-Trockenkupplung -
Wechselgetriebe
5 Gänge, nicht synchronisiert -

Abmessungen

Länge 5313 mm 1350 mm
Breite    
2214 mm 515 mm
Höhe
2200 mm 570 mm
Bodenfreiheit
350 mm
Ladefläche Lichte Länge
2418 mm
Ladefläche Lichte Breite    
2100 mm
Sitzplätze im Fahrerhaus 2 Stück 0 den Platz braucht Akku oder Motor
Sitzplätze auf der Pritsche 10 Stück 2 für kleine Puppen
Spurweite 1900 mm 500
Höhe der Anhängekupplung 687 mm

E-Anlage

Spannung
12 V (+Pol an Masse) 12 V (-Pol an Masse)
Batterie
2x12 V, 140 Ah
2 x 12V 2,2Ah
Lichtmaschine
12 V, 500 W 12V 1kW
Anlasser    
24 V, 11 PS Seilstarter

Füllmengen   

Kraftstoffbehälter
2x150l 0,8 l
Kühlsystem des Motors
30l -
Schmiersystem 18,5l 0,45 l
Wechselgetriebe 6l -
Achsantrieb - -
Seilwinde
6l -
Seiltrommel    
- -

Verladenorm

R, Rm, Rmm je 1, SSK, SS je 2


Unterschiede Original - Modell

Der Antrieb ist im Original vorn, im Modell nach hinten verlegt um die Getriebebox besser unter zu bringen.
Der Auspuff des Originals endet im Kettenkasten. Eine Änderung ist notwending, da die Räder aus Kunststoff sind und die heißen Gase Schaden anrichten können. Daher atmet der Motor durch den Tankstutzen aus.

Die Vorlage

Der Bau eines Automodells ist mit einem höheren konstruktiven Aufwand verbunden im Vergleich zum Schiffsmodell. Sofern ein Bauplan vorhanden ist reicht beim Schiffsmodell die "gleitende Projektierung", was so viel bedeutet wie: Einfach anfangen und bauen. Schiffe sind wesentlich fehlertoleranter.
Bei einem Automodell, von dem es keine Vorlagen gibt sieht es anders aus.
Am Bild ist die Vorgehensweise schön zu sehen. Begonnen wird mit zwei Bildern, einer Front- und einer Seitenansicht. Wenn eine schöne Draufsicht vorhanden ist, ist das natürlich noch besser. Im vorliegenden Fall gab es einen 3-Seiten-Riss, der aber nicht meinen Vorstellung entsprach. So wurden Bilder, in den  beiden Ansichten Seite und Front, als Quelle verwendet. Beide Bilder werden im 1:4 Maßstab eingefügt und die CAD Zeichnung wird entsprechend an den Bildern ausgerichtet.
Bei der Umsetzung ist dennoch alles anders, als in der Konstruktion. Es gibt am Modell kaum ein Teil, welches nicht wenigstens zwei mal gebaut wurde.

ATL_3Seiten_CAD

Der Bau
Der Bau des Fahzeuges ist recht einfach, da sich die Karosserie auf einfache geometrische Grundformen zurückführen läßt.
  • Begonnen wurde mit den Seitenflächen der Wanne. (hellgrün). Auf dieser Seitenfläche müssen alle Löcher für die Durchführung der Torsionsstäbe, der vorderen Stützachse und der Antriebswelle eingebracht werden. Idealer Weise werden auch die Ausspaarungen für die U-Profile, auf welchen die Wanne sitzt schon eingearbeitet. Diese U-Profile sind nicht in allen Varianten des Originals verwenet worden, bringen aber noch ein wenig mehr Stabilität in den Aufbau. Auch lässt sich die Ladefläche an den U-Profilen gut anschrauben. Verwendet wurde für die Seitenflächen 5mm Alublech. Besser ist es 1,5mm Alublech zu verwenden.
  • Für die Wanne wurde 1,5mm Alublech entsprechend der Wannenform abgekantet und mit dem 5mm Seitenflächen verschraubt. Sollte 1,5mm Blech für die Seitenteile verwendet werden, so wird die Verbindung der Seitenfläche mit dem Wannenblech mit einem Winkelprofil realisiert.
  • Das Faherhaus lässt sich ebenfalls auf geometrische Grundformen zurückführen. Nur die seitlichen Dach-Rundungen zu den Türen sind aus PVC Hartschaum hergestellt. In diesem Hartschaum ist der Empfänger versteckt, da es das einzige nicht Metall-Karosserieteil ist.
  • Für die Kiemenbleche wurden Lüfterabdeckungen verwendet, die in ein 1mm Blech eingefügt wurden. Das 1mm Blech suggeriet die Prägung der Bleche ähnlich dem Original.
  • Die Motorhaube ist mit ihren vielen Rundungen ein ansruchsvolleres Blechteil. Die Wölbung des Teiles wurde durch biegen über einem Farbeimer realisiert. Die anderen Rundungen wurden durch biegen über ein 20mm Rohr gefertigt. Die Ecken im vorderen Bereich lassen sich aus vollem Material fertigen. Wichtig ist, dass weiches Alu für die Motorhaube verwendet wird.
  • Rohmaterial der Laufrollen sind Kunststoff-Speichen-Räder. Es wurde jede 2. Speiche entfernt und ein Hartschaum Teil eingesetzt. Die Hartgummireifen der Räder wurden abgedreht und mit Acryl- Farbe geschwärzt.

Torsionsstab- Federung selbst bauen


Der Aufbau des Torsionsstabes ist in der Abbildung ersichtlich.  Der Federstahl ist auf der einen Seite in einer Schloßschraube und auf der anderen Seite in einem Montagestück verpresst. Die Verwindung des Torsionsstabes ist so berechnet, daß eine Kraft von 50N also 5kg pro Fahrwerkhebel einem Verdrehwinkel von 22,5° entspricht. Interessant ist es, die Kraft direkt am Federstab zu betrachten. Das Dremoment am Fahrwerkhebel beträgt 50N x 0,1m = 5Nm. Am Federstab ergibt sich eine Kraft von 5Nm / 0,004m = 1250N. Die 1250N sollten erstmal verdaut werden. Diese kleine Rechnung habe ich erst nach mehreren nicht funktionierenden Versuchen angestellt, also viel zu spät. Zum Test der Verbindungen habe ich den Torsionsstab in den Schraubstock gespannt und an dem Fahrwerkhebel mit einem Schnürsenkel ein 5kg Gewicht angehängt, welches 10 cm über dem Fußboden baumelt. Nach dem statischen Test kann man dynamisch testen. Dazu wird das Gewicht in Schwingungen versetzt. Das geht am besten mit dem Schnürsenkel.

Fehlgeschlagene Verbindungen:
  • Montagestück und Schloßschraube werden mit Sekundenkleber eingesetzt. Das Spaltmaß beträgt etwa 0,03mm. Die Verbindung reißt schnell ab. In einigen Versuchen hielt es ein wenig länger aber niemals länger als 8 Stunden.
  • Montagestück und Schloßschraube werden mit 2- Komponentenkleber verbunden. Das Spaltmaß beträgt etwa 0,05mm. Die Verbindung reißt ebenfalls ab
  • Montagestück und Schraube werden mit Weichlot verlötet. Die Verbindung reißt nach einigen Stunden ab. Der Federstahl wurde ordentlich aufgerauht und verzinnt. Die Bohrung wurde ebenfalls vorverzinnt. Spaltmaß war etwa 0,2mm.
  • Der Federstahl wurde einseitig abgeschliffen, also mit einem Profil versehen, und dann verlötet. Die Verbindung reißt ebenfalls ab.
  • Hartlöten, Schweißen scheidet aus, da die Verarbeitungstemperatur oberhalb von 450°C liegt und damit die Gefügeänderungen des Federstahls beginnen.
  • Verklemmen des Federstabes in einer M8 Lochschraube mit 4mm Loch. Bei 1250N weit am Ziel vorbei.
Verpressung hält!
Dazu erhält die Schraube/Montagestück einen Durchmesser von 3,95mm. Die tragende Länge beträgt 20mm. Der Federstahl hat einen Durchmesser von 4,00. Die 3,95mm lassen sich am besten mit einer Reibahle herstellen. Für die Hobbyanwendung ist es auch möglich einen 3,95mm Bohrer zu beschaffen. Zuerst wurde ein Loch von 3,5 dann 3,8 und zu letzt 3,95 auf der Drehmaschine gebohrt.
Zur Montage wird der Federstahl sehr fest in den Schraubstock gespannt. Die Schraube/Montagestück wird mit einem leichten Schlag angefädelt. Dann wurde das 5kg Gegengewicht an der abgewandten Seite gegen den Federstab gedrückt und mit dem 1,5kg Hammer sehr kraftvoll gerade gegen die Schraube geschlagen.
Wenn die Schraube schon nach 3 Schlägen aufgeschlagen sein sollte hat die Presspassung zu wenig Untermaß. Das hält dann nicht.
Berechnet habe ich die Pressverbindung nicht, da ich das exakte Untermaß der Bohrung nicht messen kann.
 
Das Montagestück wurde in einem Gegenstück mit Bohrung, mit einer Schaftschraube befestigt. Eine Verstiftung dürfte auch gehen, läßt sich aber nicht so schön lösen.
Torsionsstab
MontageTorsionsstab




RC Panzerkette / Gleiskette selbst bauen

Wenn das RC Modell etwas größer gebaut wird bietet sich die Verwendung von Fahrradkomponenten an. Der Gliederabstand der Fahrradkette beträgt 12,7mm. Ein vollständiges Segment ist also 25,4mm lang. Die Fahrradritzel sind optimal für einen Röllchen- Durchmesser von 7,62mm ausgelegt. Alles Zoll. Ein Rohrdurchmesser von 8,0 passt aber ganz gut.
Die Zeichnung zeigt den Aufbau. Ein Segment besteht aus einem Zwischenrohr ohne Gewinde, den beiden Zwischenstücken und dem Führungsrohr mit 2x M6 Gewinde. In diese beiden Gewinden lassen sich die Radführungen schrauben. Im einfachsten Fall können Imbusschrauben M6x8 verwendet werden. Das vollständige Segment ist 25,0mm lang und damit 0,4 mm kürzer. Die 0,4mm kompensieren die üblichen Toleranzen.
Die Länge des Zwischenstück legt den Abstand der beiden Fahrradritzel + 1mm Zugabe pro Seite fest. In meinem Fall also 63mm.
Das Rohrmaterial sollte einfacher Stahl sein, keinesfalls sollte Edelstahl verwendet werden. Der Werkzeugverschleiß bei der Edelstahlbearbeitung ist einfach zu groß. Das Drahtseil sollte ebenfalls Stahl sein, da die Seilenden sich dann mit einfachem Lot fixieren lassen.
Für das ATL Modell wurden 36m Rohr 8x1, 27m Zwischenstück Kunststoff 4,5x5, 2x6m Drahtseil 1,5mm,  10m POM Rundmaterial 8mm für die Kettenzähne und 428 Senkschrauben 3x16 verbaut. Der Preis des Materials betrug 135 Euro +25 Euro für die Bohrbuchsen (2016)
Das Rohr und der Zwischenstück-Kunststoff wurde auf der Drehmaschine abgestochen. Für die Bohrungen habe ich mir einfache Stahlvorrichtungen gebaut und Bohrbuchsen eingesetzt.
Alu und Bohrbuchse wäre auch gegangen.
Eine Alternative für die Zwischenstücke wären 4,5mm lange Röhrchen. Die Kette ist dann aber zwischen den Rohren offen.
Ist die Kette aufgefädelt wird das Seil gespannt und dann mit 2 Kunststoff-Klemmstücken fixiert.
UND... Immer mal prüfen ob beim Auffädeln ein Teil vergessen wurde. Ich habe jede Kette 2x gefädelt, weil ich fast am Anfang ein Teil vergessen hatte...

Kette Zeichnung


Innen Verbrenner
Das Bild zeigt den Innenaufbau mit Verbrennungsmotor. Dieser Antrieb kommt aus Lärmgründen jedoch nicht mehr zum Einsatz. Das Soundsystem ist bei Nutzung des Verbrenners wirkungslos.

Bei Fragen bitte eine kurze Mail schreiben.
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